„Wir haben uns als moderne Gesellschaft dazu entschieden, mittelalterliche Vorurteile über den Wolf Vergangenheit sein zu lassen. Wir möchten dem Tier, welches Jahrtausende lang auf dem Gebiet des heutigen Hessen beheimatet gewesen ist, die Möglichkeit geben, seine alte Heimat wieder zu betreten. Das bedeutet allerdings auch, dass wir als Gesellschaft diejenigen schützen müssen, die durch diese Entscheidung am stärksten betroffen sind – nämlich die Weidetierhalterinnen und –halter“, erklärt Hans-Jürgen Müller, landwirtschafts- und tierschutzpolitischer Sprecher der GRÜNEN Fraktion im Hessischen Landtag anlässlich der Vorstellung der neuen Herdenschutzprämie Plus durch Umweltministerin Priska Hinz. Noch gibt es keinen niedergelassenen Wolf in Hessen, doch streifen immer häufiger vereinzelte Tiere durch Hessen. Mit der Herdenschutzprämie Plus werden der zusätzlich entstehende Arbeitsaufwand und die erhöhten Investitionskosten landesweit mit 31 Euro pro Hektar bezuschusst.
Die meisten Risse von Weidetieren lassen sich durch eine fachgerechte Einzäunung verhindern. In der Praxis gibt es häufig Weiden, die nicht ausreichend elektrifiziert sind oder deren Abzäunung nicht die gebotene Höhe einhalten, um die Tiere vor dem Wolf zu schützen. Mit der Her-denschutzprämie Plus soll in Hessen ein Anreiz geschaffen werden, solche Schwachstellen zu beheben. „Wir GRÜNE begrüßen die Einführung einer erweiterten Herdenschutzprämie, mit der Weidetierhalterinnen und –halter für den, durch den Wolf entstehenden Mehraufwand, entschädigt werden. Denn die Weidetierhalterinnen und –halter leisten einen wichtigen Beitrag für die Gesellschaft: Die Offenlandschaften, die sie durch die Weidetierhaltung erhalten, sind wichtig für die Artenvielfalt und tragen zum Naturschutz bei. Daher ist es nur folgerichtig, sie beim fachgerechten Schutz ihrer Weidetiere mit Landesmitteln zu unterstützen.“
Insgesamt stellt das Umweltministerium für die neue Flächenprämie jährlich 500.000 Euro zur Verfügung. Sollte ein Weidetier trotz fachgerechtem Herdenschutz gerissen werden, so erhalten Halterinnen und Halter zudem eine Entschädigungszahlung. Statistisch kommt dies nur selten vor: 2017 wurden in Hessen lediglich 13 Schafe und Ziegen durch einen Wolf gerissen.
Verwandte Artikel
Besuch des Schulbauernhofs Hutzelberg
Schulbauernhöfe leisten einen wichtigen Beitrag zur Ernährungskultur – soauch der Schulbauernhof Hutzelberg, den ich letzte Woche besucht habe. Jährlich erleben hier rund 1000 Schüler*innen hautnah, wo unser Essenherkommt: Sie arbeiten…
Weiterlesen »
Neue Schalenwildrichtlinie
Weniger Dialog, weniger Fachkompetenz, fatale Folgen für den Wald Mit der neuen Schalenwildrichtlinie setzt die hessische Landesregierung ein falsches Signal für Wald und Wild. Anstatt auf einen offenen und fachlich…
Weiterlesen »
Billigbutter auf Kosten der Milcherzeuger*innen – Hessen blockiert faire Marktregeln
Während ein großer Discounter die Butterpreise unter die Zwei-Euro-Marke drückt, werden die Einsparungen wie so oft auf dem Rücken der Milchbäuerinnen und -bauern ausgetragen. Die Preise für Verbraucherinnen und Verbraucher…
Weiterlesen »