Umweltausschuss stimmt für Deregulierung der Neuen Gentechnik
Der Umwelt- und Gesundheitsausschuss des Europäischen Parlaments hat sich gestern per Mehrheitsbeschluss von dem geltenden Vorsorgeprinzip der EU verabschiedet. Er ist damit dem Druck der Saatgutindustrie gefolgt und hat sich für eine weitgehende Deregulierung der Neuen Gentechnik ausgesprochen. Eine Allianz aus Liberalen, Konservativen und Rechten, versucht seit Monaten diese Änderungen in einem Eilverfahren, im Europäischen Gesetzgebungsverfahren durchzubringen. Die endgültige Haltung des EU-Parlaments wird in seiner Sitzung am 7. Februar festgelegt.
Hans-Jürgen Müller, agrarpolitischer Sprecher der GRÜNEN im hessischen Landtag kommentiert:
„Es ist hochproblematisch, dass global operierende Chemiekonzerne mittlerweile den weltweiten Saatgutmarkt beherrschen. Wenn das Wirklichkeit wird, was die EU-Kommission derzeit vorhat, werden gentechnisch veränderte Organismen, praktisch ohne Risikoprüfung und ohne Kennzeichnung, den Markt erobern, flankiert von Patenten die sich die Konzerne schon gesichert haben.
Ich würde sogar noch weiter gehen wollen: Die EU hätte damit das, was wir unter Natur verstehen, zum Verkauf freigegeben. Denn alle 300.000 Pflanzenarten also auch Bäume, Algen und Wildpflanzen, könnten dann gentechnisch verändert, patentiert und unreguliert in der Natur freigesetzt werden. Da es auch keine Kennzeichnung mehr gäbe, hätten die Verbraucher*innen auch keine Wahlfreiheit mehr“.
Verwandte Artikel
Besuch des Schulbauernhofs Hutzelberg
Schulbauernhöfe leisten einen wichtigen Beitrag zur Ernährungskultur – soauch der Schulbauernhof Hutzelberg, den ich letzte Woche besucht habe. Jährlich erleben hier rund 1000 Schüler*innen hautnah, wo unser Essenherkommt: Sie arbeiten…
Weiterlesen »
Neue Schalenwildrichtlinie
Weniger Dialog, weniger Fachkompetenz, fatale Folgen für den Wald Mit der neuen Schalenwildrichtlinie setzt die hessische Landesregierung ein falsches Signal für Wald und Wild. Anstatt auf einen offenen und fachlich…
Weiterlesen »
Billigbutter auf Kosten der Milcherzeuger*innen – Hessen blockiert faire Marktregeln
Während ein großer Discounter die Butterpreise unter die Zwei-Euro-Marke drückt, werden die Einsparungen wie so oft auf dem Rücken der Milchbäuerinnen und -bauern ausgetragen. Die Preise für Verbraucherinnen und Verbraucher…
Weiterlesen »